Jan Erik Waider ist bildender Künstler und Fotograf aus Hamburg. Sein Fokus liegt auf abstrakter Landschaftsfotografie des Nordens: Norwegen, Island, Grönland und darüber hinaus. Jan sagt, sein Ansatz zur Fotografie basiere auf dem Konzept des langsamen, bewussten Reisens. Der Norden ist ein raues Terrain, und um atemberaubende Landschaftsaufnahmen der Gegend zu machen, braucht es viel Geduld.
Jan ist daran interessiert, das Abgelegene und Ungesehene einzufangen. Seine Arbeit erforscht die kalte, rohe Schönheit seiner Umgebung, die für ihn die Form einer Meditation annimmt. Seine persönlichen Projekte spiegeln sich in der Konzeptualisierung eines visuellen Tagebuchs oder eines Einblicks in seine Vorstellungskraft wider.
Wir baten Jan, einige seiner inspirierendsten Werke zusammenzustellen, und er sagt: „Normalerweise verbringe ich mehrere Wochen an jedem Ort, spreche mit Einheimischen und entdecke die kleinen, versteckten Orte und einzigartigen Geschichten. Ich bin wirklich fasziniert von der Peripherie, Orten, an denen sich Menschen in scheinbar undurchdringlichen Landschaften niedergelassen haben. Die weite, von Überresten der Zivilisation gesprenkelte Fläche: verlassene Häuser oder Überreste alter und vergessener Industrien.
Diese Auswahl an Fotos repräsentiert derzeit am besten mein Werk und das, was mich an der abstrakten Landschaftsfotografie fasziniert: surreale und organische Formen und Texturen aus der Luft oder aus Makroperspektive, eine scheinbar endlose Farbpalette und oft ein vollständiger Mangel an Bezug zur Skalierung.“
Wir baten Jan, uns durch einige seiner unglaublichsten Aufnahmen zu führen…
„Tiny Volcano (Island)“

Beim letzten Vulkanausbruch auf Island am Fagradalsfjall Mountain war ich am meisten daran interessiert, so nah wie möglich an das Geschehen heranzukommen und mit einem 500-mm-Festbrennweitenobjektiv diese bizarren und wunderschönen Details einzufangen, und nach ein paar Stunden entdeckte ich diesen wunderschönen „winzigen Vulkan“, der zu meinem persönlichen Lieblingsfoto des letzten Jahres wurde.
„Basalt Canyon (Island)“

Der Stuðlagil Canyon auf Island ist in den letzten Jahren recht populär geworden, aber ich wollte eine neue Perspektive bieten und habe meine Drohne in die Luft gebracht. Dabei entstand diese Komposition, die für mich die Schönheit und Einzigartigkeit dieses Ortes wirklich dokumentiert.
„Blue Cosmos (Island)“

Dieses Bild ist Teil einer Serie namens „Blue Cosmos“ und ich liebe die Farben und den fast vollständigen Mangel an Bezug zur Skala bei diesen Eisbergen in einem See. Die schwarze Farbe stammt von Asche und Sand, die im Eisberg gefroren waren und nun mit ihrer tiefblauen Farbe in den See schmelzen.
„A Colorful Flow - №1: Between Turquoise and Blue (Island)“

Vom Boden aus oft unauffällig, bieten diese wunderschönen, gewundenen Wasserwege aus der Luft betrachtet atemberaubende Farb- und Texturspektakel. Die meisten Flüsse entspringen an einem der zahlreichen Gletscher und fließen zum Meer. Auf ihrem Weg transportieren sie in Form von Sedimenten wichtige Nährstoffe für das Ökosystem, was zu den oft sehr abstrakten Farben führt. Wenn der Fluss der Flüsse nachlässt, lagern sich die Sedimente im Flussbett ab und hinterlassen vorübergehend kleine Sandinseln, die die Flusskanäle weiter teilen und verzweigen. Dies wurde mit einer Drohne aus etwa 80 m Höhe aufgenommen.
„A Colorful Flow - №3: A Touch of Violet (Island)“

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„A Colorful Flow - №2: Almost like Amber (Island)“

Das Bild zeigt einen See, der durch feine Sedimente in der Nähe der Küste im Süden Islands gelb gefärbt ist und den ich schon immer mit meiner Drohne erkunden wollte. Nicht nur die Farbe des Wassers sah noch surrealer aus als erwartet, sondern auch die Uferlinie mit den Strukturen im Sand.
„Mars 2139 (Deutschland)“

Dies ist eine Art persönliche Interpretation, wie der Planet Mars nach einer erfolgreichen Terraforming-Maßnahme aussehen könnte. Eine Version des roten Planeten mit Atmosphäre, Wolken und Flüssen. Die Texturen und die ursprüngliche Farbpalette basieren auf Bauxitrückständen, einem Industrieabfall, der bei der Verarbeitung von Bauxit zu Aluminiumoxid entsteht.
„Gletschereis: Eine Makroperspektive (Island)“

Eis fasziniert mich aus allen Perspektiven und besonders aus nächster Nähe. Hier stand ich mit dem Makroobjektiv in einem Gletschersee und dokumentierte die spannenden Einschlüsse im Eis der kleineren Eisberge nahe am Ufer, rotierte sie und spielte mit den Lichtbrechungen im Eis.
„Abstrakte Gezeitenlandschaften (Island)“

Manchmal ist der erste Eindruck eines Fotos etwas völlig anderes, als es tatsächlich darstellt. Hier sehen viele Betrachter Schlangenhaut, während es wiederum einen kleinen, Sedimente transportierenden Fluss auf seinem Weg zum Meer dokumentiert, aus etwa 20 m Höhe gesehen.

Oft muss man nicht weit reisen, um spannende abstrakte Motive in der Natur zu finden. Dieses Foto zeigt eine im Eis gefrorene Luftblase, die in einem besonders kalten Winter im Wald bei meiner Heimatstadt Hamburg aufgenommen wurde.
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