Im Prager DOX Centre for Contemporary Art präsentiert der gefeierte tschechische Kameramann, Regisseur und Fotograf Jaroslav Brabec eine umfangreiche Porträtserie mit dem Titel DEUS ARTIS. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Stockwerke und zeigt 102 großformatige Fotografien, während Brabeckes neu erschienenes Buch 180 seiner fast vierhundert Sujets aus den letzten fünf Jahrzehnten umfasst. Ursprünglich konzentrierte sich Brabec auf tschechische Kreative, doch seine Linse hat seither globale Größen wie Ai Weiwei, Yoko Ono, Gerhard Richter, Philip Glass und viele andere eingefangen.
Kuratiert von Otto M. Urban, konzentriert sich die Ausstellung auf „menschliche Gesichter, ohne die Umgebung“. Laut Ottos Vision liegt der Schwerpunkt dabei auf dem Wesen jedes Einzelnen und nicht auf dessen Atelier oder Medium. Brabeckes persönliche Herangehensweise betont Authentizität gegenüber technischer Perfektion. „Ich arrangiere nichts“, sagt er und erklärt, dass seine Negative – auf Ilford-Film mit Leica M6- und Nikon F6-Kameras aufgenommen – ohne Zuschnitt gescannt und gedruckt werden. Für Brabec geht es um „das Bedürfnis, menschliche Begegnungen festzuhalten“ und unbewachte Gesten sowie echte Verbindungen aufzudecken.
Die Ausstellung wurde bis zum 2. März verlängert, sodass Besucher mehr Zeit haben, diese fesselnden Porträts zu erkunden. Im Gegensatz dazu zeigt Brabeckes Buch Künstler oft in ihrer Arbeitsumgebung, begleitet von kurzen persönlichen Texten. Obwohl es derzeit auf Tschechisch erhältlich ist, ist eine englische Ausgabe geplant, sobald DEUS ARTIS international tourt.
Diese bemerkenswerte Ausstellung bringt das Publikum von Angesicht zu Angesicht mit den Künstlern, die die zeitgenössische Kunst prägen, und das alles durch die Aufrichtigkeit von Brabeckes unerschütterlicher, filmbasierter Perspektive. Es ist eine tiefgründige Feier des künstlerischen Erbes und ein Moment für die Betrachter, über die lebendigen Geschichten nachzudenken, die durch seine Linse festgehalten wurden.

Adriena Šimotová

Gerhard Richter

Krzysztof Penderecki

Hermann Nitsch

Georg Baselitz

Philip Glass

Josef Koudelka

Jan Saudek

Ai Weiwei
