Marzia Chenyao ist eine Philosophin und Künstlerin, deren Arbeit symbolisches Design, relationale Souveränität und das Zusammenspiel von Fatalismus und Handlungsfähigkeit untersucht. Ihr Blick wandert wie ein Reisepass – gestempelt mit Geheimnissen. Memento Amicas ist die Geschichte zweier Schwestern: die eine verschwindet, die andere kommt an. Als Spiegelbild erzählt, ist die Serie ein Einblick in platonische Intimität in ihrer kultischsten, ehrgeizigsten und destabilisierendsten Form. Jedes Bild ist ein Tableau Vivant – surreal, filmisch und akribisch komponiert. Tiermasken ersetzen menschliche Gesichter und verwandeln Identität in Allegorie und Routine in Ritual. Mit Anspielungen auf Film Noir, Mode-Editorials und poststrukturalistische Theorie verwischt Chenyaos Arbeit die Grenzen zwischen Spiel und Politik. Von Klippen am Meer bis zu schummrigen Treppenhäusern fängt sie Mädchen mitten in der Transformation ein – außer Dienst, aber niemals unbeobachtet. Ihre Geschichten werden durch Körperhaltung, Schatten und einen Blitz von Gefieder oder Fell geflüstert und laden uns in eine Welt ein, die unserer eigenen unmittelbar benachbart ist – eine Welt, in der die Bedingungen der Sichtbarkeit ständig neu verhandelt werden. Die vollständigen Geschichten finden Sie unter The Antisocialite oder auf Instagram.
Projektbeschreibung - von Marzia Chenyao über ihre neueste Serie
„Es fühlt sich so gut an, auserwählt zu sein. Oder doch nicht?
Tate Fairbanks ist vierzehn Jahre alt, als sie und einige Mitschülerinnen aus dem Internat Le Cercle des Sœurs gründen, eine Geheimgesellschaft, die in ihrer Schweizer Eliteschule verborgen ist. Im Mittelpunkt steht Pia Eastlake: charismatisch, brillant und unberechenbar. Pias Aufmerksamkeit ist alles, was Tate sich je gewünscht hat ... bis sie merkt, dass Pia alles, was sie gibt, auch zurückerwartet. Mit Zinsen. Pias Nähe fühlt sich an, als würde man in einen Traum treten. Sie zu verlassen fühlt sich an, als würde man neu vernarbt aufwachen.
Sieben Jahre später kommt das arbeitslose Model Avia Sun mit nur einem Kontakt in Paris an. Pia hat Geld, Verbindungen und eine unwiderstehlich glamouröse Gruppe von Freunden, die sich gegenseitig Schwestern nennen. Als Le Cercle sie einlädt, eine von ihnen zu werden, fühlt sie sich geschmeichelt. Aber in jedem Ritual und jeder Regel lauert die Erinnerung an Tate, die seit ihrem Weggang von Pia vor Jahren nicht mehr gesehen wurde.“
1. White Cliffsides
Am Rande der Welt werden fünf Mädchen zu einer Familie. Pia tritt vor, während Tate das Meer beobachtet. Der Kreis öffnet sich.

2. Suicide Practice
Pias Vater lehrte sie das Ritual. Klettern, innehalten, fallen … oder auch nicht. Sie lernt, sich selbst ohne zu zögern zu begegnen.

3. Double Meanings
Pia spricht in vielschichtigen Tönen: einer für die Oberfläche und einer für die Kenner. Bezaubernd, bevor es scharf wurde. Jetzt trägt jedes Wort zwei Klingen.

4. Last Look
Ein letzter Blick, bevor man für immer geht. Der Kreis bleibt. So auch Tate – nur nicht hier.

5. Au bord de la Seine
Die Initiation beginnt mit Süße. Dann: der Stoß. Wenn Avia wieder auftaucht, gehört sie dazu.

6. Cigarette Daydream
Perfektion kann isolierend wirken. Le Cercle bietet Schwestern, Gleichgesinnte, ebenbürtige Partner. Dinge, die Avia nie gekannt hat.

7. Terms and Conditions
Die Einladung ist nicht beiläufig. Le Cercle wählt nicht leichtfertig. Wie könnte Avia ablehnen?

8. Anointment
„Du bist meine beste Freundin“, erklärt Pia, als würde sie einen Titel verleihen. Avia versteht: würdig zu sein ist sowohl ein Segen als auch eine Last.

9. Off Duty
Es gibt keinen Zwang. Nur die Anziehungskraft. Innerhalb des Kreises hat jede Entscheidung mehr Gewicht.

10. Apéro Hour
Le Cercle wählte Avia, und sie wählte es ebenfalls. Die meisten Tage fühlt sie sich, als wäre dies die richtige Entscheidung gewesen.
