Tony Gum: Exhibition Review

Tony Gum: Ausstellungsbesprechung

Tony Gum wurde in Kapstadt, Südafrika, geboren. Sie ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die Fotografie mit Grafikdesign, Malerei und Skulptur verbindet. Ihre Arbeit konzentriert sich auf kritische lokale und globale Themen wie Gender, Kolonialismus, Globalisierung und Identität. Ihre Bildsprache wurzelt in ihrem Erbe als Xhosa-Frau. Die Bedeutung hinter ihrer Arbeit ist eine selbstreflektierende Untersuchung dessen, was es bedeutet, im 21. Jahrhundert eine schwarze Frau zu sein.

Aktuell ist im Fotografiska NYC ihre Serie mit dem Titel „Milked in Africa“ zu sehen. Aus der Pressemitteilung:
Als Muse und Leinwand ist Gum mit einer Schicht grünen Pigments bedeckt. Diese Materialität ist von ihrem AmaXhosa-Erbe entlehnt – einer Nguni-Untergruppe aus dem südlichen Afrika. Xhosa-Frauen schmücken sich typischerweise mit Iqhiya (Kopftüchern) und bemalen ihre Gesichter mit dem gelben, weißen oder roten Imbola (Ton) für eine Reihe von zeremoniellen Ritualen oder als natürlicher Sonnenschutz im Freien. Als grüne Frau wird Gum mit Milch in verschiedenen Produktionsstadien inszeniert, was als Metapher dient, um koloniale und postkoloniale Diskurse zu erforschen. Gum hinterfragt die Allgegenwärtigkeit der postkolonialen Agenda, nicht nur in Südafrika, sondern in ganz Afrika und seiner Diaspora. Gums Figuration stellt spielerisch das ausbeuterische Erbe des Kolonialismus und seine Auswirkungen dar, die hier und jetzt noch immer mit uns sind.

Früh in der Serie sind die Brüste der grünen Frau mit gelber Farbe überzogen, was den angeborenen Reichtum Afrikas referenziert und sie als dessen Quelle positioniert. Weißes Pigment, das Milch darstellt, ist in verschiedenen Situationen um sie herum festgehalten – tropfend aus einem Eimer, auf der Bibel und als Schal, der von einer Frau getragen wird, die ein weißes Baby stillt. Geschichte und Kultur bieten Gum einen fruchtbaren Boden, um darüber nachzudenken, inwieweit Afrika und seine Menschen seit Jahrhunderten „gemolken“ wurden.

Gum sagt: „Ich mache meine Arbeit nicht ausschließlich für die Kunstwelt allein. Die Botschaft ist für mein Volk. Es gibt so viel Reichtum in uns, der verkörpert und verherrlicht werden sollte.“

Wenn Sie sich in New York City aufhalten, schauen Sie vorbei und sehen Sie sich die Ausstellung an, die noch bis zum 21. August 2022 zu sehen ist.

Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Christopher Moller Gallery vertritt Tony Gum. Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Fotografiska.

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